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»Damit die Zeit nicht stehen bleibt«

Termine

07.07.2019, 18:30 - 20:30 Uhr

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08.07.2019, 19:30 - 21:30 Uhr

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Musiker

Ensemble ascolta

Ensemble ascolta präsentiert innerhalb eines Abends zwei verschiedene experimentelle Musiktheaterwerke von Arnold Schönberg und Martin Smolka.

In der Tradition des Kreises um Arnold Schönberg (1874-1951), in dem immer wieder Orchesterwerke und Klavierlieder für Kammerensemble instrumentiert wurden, hat ensemble ascolta seit seinen Anfängen in regelmäßigen Abständen Neubefragungen bestehender Musik durch die Konfrontation mit seiner eigentümlichen Besetzung vorgenommen. Andrew Digby, Komponist und Posaunist, hat in diesem Zuge vielbeachtete Versionen einiger Schlüsselwerke der klassischen Moderne vorgelegt. Mit dem „Buch der hängenden Gärten“ (Uraufführung der Schönberg'schen Version 1910 in Wien) wagt Digby einen neuen Ansatz: nicht der Ensembleklang leitet seine Arbeit, sondern die solistisch-kammermusikalische Behandlung von Klangfarben, die sich zu immer neuen kleinen Gruppen zusammenfügen. In der gleichzeitig farblich aufgefächerten wie reduzierten Klanglichkeit geht die Version von Schönbergs „Buch der hängenden Gärten" eine aparte Verbindung mit der reduzierten Sprachlichkeit von Smolka und Adámek ein. Szenisch wird Schönbergs Musik durch die evozierten Situationen der Gedichte, die in ihrer Originalfassung vom deutschen Dichter Stefan George stammen. Inhaltlich gibt es die Geschichte eines jungen Prinzen und seines sexuellen Erwachens in einem paradiesischen Garten in poetischen Bildern wider, jedoch bereits von Schönberg stark verkürzt und auf einzelne Gedanken reduziert.

Gemeinsam mit dem tschechischen Komponisten Martin Smolka (*1959) und dem Autor und Theaterregisseur Jiří Adámek hat das ensemble ascolta zudem ein Musiktheaterprojekt entwickelt, das Texte von Franz Kafka, Henry David Thoreau und Jiří Adamek einbezieht: »Vor dem Gesetz«. Smolka und Adámek haben für dieses Projekt eine Form entwickelt, die zwischen Konzert und Szene, zwischen Theater und Instrumental-Oper angesiedelt ist. Anders als in zahlreichen zeitgenössischen Musiktheaterproduktionen soll der präzise Einsatz der schauspielerisch-szenischen Elemente nicht durch eine Vielzahl an neuen Ebenen, Medien und Technologien konterkariert werden. Eine tiefe Begegnung von Sprache und Musik sucht das Projekt in der Beschränkung und Konzentration der Mittel – sie zwingen dazu, der Erfindung einen angemessenen Platz zu schaffen und sorgsam mit dem Material und seinem Potential umzugehen. In „Vor dem Gesetz" werden daher nur die Musiker von ascolta mit ihren spezifischen Fähigkeiten zum Einsatz kommen. Auf weitere Sprecher/innen und Schauspieler/innen wird bewusst verzichtet.

Das Ensemble ascolta bereichert seit 2003 mit besonderem Klangbild und außergewöhnlichen Projekten die Neue Musik-Landschaft in Deutschland und Europa. Die Möglichkeiten szenischer Konzertformate interessieren die sieben Musiker ebenso wie Grenzgebiete zwischen neuer, alter und populärer Musik.